An die Gartenhygiene denken!

Bei der Kartoffelernte werden angefaulte und verletzte Knollen gleich aussortiert.

Im Staudenbeet freuen wir uns über die letzten Blüten. Ausgeputzt wird hier erst im nächsten Frühjahr!

  • Der Sommer zieht sich langsam zurück, und wir haben an Obst, Gemüse und Schnittblumen noch einiges zu ernten. Abgeräumte Beete sollten jetzt aber nicht brach liegen bleiben. Bodenstruktur und Bodenleben sind sonst ungeschützt den Wetterkapriolen ausgesetzt. Zur Bodenpflege bieten sich hier verschiedene Maßnahmen an.
  • Kartoffelernte: Wenn das Laub abgestorben ist, lockern wir an einem trockenen Tag die Kartoffelreihen vorsichtig, aber tief genug auf, um alle Knollen zu erwischen. Angefaulte Exemplare werden sofort aussortiert. Anschließend können die Kartoffeln noch einige Stunden an der Sonne abtrocknen, das beugt Fäulnis bei der Lagerung vor.
  • Unter Beachtung der Fruchtfolge (bitte fragen Sie hierzu Ihren Fachberater) können jetzt noch letzte Gemüsearten ausgesät werden. Möglich sind Gartenkresse, Feldsalat, Spinat, Winterknoblauch, Wilde Rauke oder Winterportulak. Vor der Aussaat freut sich der Boden über eine Gabe reifen Kompost oder verrotteten Stallmist. Nach der Aussaat schützt eine dünne Schicht aus Rasenschnitt die Oberfläche.
  • Ebenso können wir Gründünger einsäen: Phacelia, Ölrettich oder Gelbsenf wachsen schnell. Meist frieren sie im Winter ab und bilden danach eine schützende Mulchschicht, die im Frühjahr vor der Aussaat leicht eingearbeitet wird.
  • Wer nichts mehr einsäen möchte, kann die abgeräumten und vom Unkraut befreiten Beete mit einer dicken Schicht Stallmist von Kühen oder Pferden bedecken. Bis zum Frühjahr verrottet der Mist weiter, und er bereichert und schützt den Boden. Idealerweise setzt man dort im nächsten Jahr Starkzehrer wie Kohl, Kürbis, Sellerie oder Mais. Auch auf einem Grünspargelbeet sorgt der Mist für idealen Winterschutz.
  • Das üppige Nahrungsangebot in den Gärten lockt jetzt vor dem Winter vielleicht Wühlmäuse an. Die Bekämpfung beginnen wir mit Rasen mähen und dem Freimachen der Obstbaumscheiben. Da ist es dann nicht mehr gemütlich für die kleinen Nager. Anschließend geht es ans Fallen stellen. Dabei können wir jetzt auf freigewordenen Beeten die Wühlmausgänge verfolgen - solange, bis wir einen Hauptgang finden. Hier ist die "Trefferquote" am höchsten. Beim Fallen aufstellen bitte immer Handschuhe tragen!
  • Zur Gartenhygiene gehört es jetzt auch, Schneckengelege zu entfernen, die Himbeeren zu schneiden, mit Maden befallenes und fauliges Obst aufzusammeln und die Wellpappgürtel (Apfel- und Pflaumenwickler) zu kontrollieren. Auch die Erdbeerbeete werden noch einmal ausgeputzt - das heißt, das alte und kranke Laub sowie Senker sind zu entfernen.
  • Nicht zur Gartenhygiene gehört jetzt das Ausputzen im Kräuterbeet, im Staudenbeet und in der "Wilden Ecke"! Für unsere Insekten und Vögel lassen wir hier alles stehen, was Samen hat oder noch blühen könnte - auch Wildkräuter. Jede Nahrungsquelle ist jetzt wertvoll. Und auch jedes Winterquartier in den Stängeln von Stauden und Wildkräutern (z.B. Brennnessel). So bleibt unser Garten über den Winter "lebendig", das Ordnung machen kommt hier im Frühjahr auch noch zurecht.
  • Ich wünsche noch schöne Spätsommertage und viel Freude am guten Essen aus Ihrem Kleingarten!

         Jörg Krüger, Landesgartenfachberater


Quellenhinweis:

Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V.

Foto: Krüger