MONATLICHER GARTENTIPP - APRIL 2020

Kleingärtner optimistisch im April-„Dilemma“

Damit die Hortensien im (Spät-)Sommer große Blütenbälle tragen, werden die Triebe erst nach den Frösten zurückgeschnitten

  • „April, April, der macht was er will.“ Ein Spruch, der recht gut beschreibt, in welchem Dilemma sich Kleingärtner im April befi nden. Zum einen gibt es schon sehr schöne sonnige Tage, an denen sich zahlreiche Gartenarbeiten erledigen lassen, zum anderen kann es recht schnell noch mal sehr kühl und frostig werden. Auch das typisch wechselhafte Wetter im April kann dem Kleingärtner einen Strich durch die Rechnung machen. Dabei gibt es doch so viel zu tun im Garten.
  • Der Kompost braucht viel Luft. Wer im Herbst seinen Kompost frisch aufgesetzt hat, sollte ihn jetzt umsetzen. So wird er nochmals gut durchmischt. Weil dabei reichlich Sauerstoff an das Material dringt, wird der Rotteprozess beschleunigt.
  • Beetrosen zurückschneiden. Spätestens Anfang April sollten Beetrosen von ihrem Winterschutz befreit und gekappt werden. Schneiden Sie starke Triebe schwach, dünne Triebe kräftig zurück. Häufeln Sie Ihre Rosen ab, sobald die Sauerkirschen blühen, sonst treiben die Knospen an der Basis nicht aus.
  • Mit einer organischen Grunddüngung geben Sie Ihren Pflanzen den nötigen Schwung für den Start ins Gartenjahr. Versorgen Sie jetzt Obstbäume und Beerensträucher mit Nährstoffen. Vergessen Sie nicht, Ihre mediterranen Kübelpflanzen mit einem Langzeitdünger zu versorgen, denn sie haben bereits angefangen zu wachsen.
  • Gewächshaus/Folienzelt: Bei warmem Wetter Kleingewächshaus und Folienzelt ausreichend lüften. Vor allem Kopfsalat und Kohlrabi vertragen die zu hohen Luft temperaturen nicht. Am besten die Türen und im oberen Dachbereich Fenster öffnen. Dann zirkuliert die frische Luft und sorgt für einen kompletten Luft austausch.
  • Gemüse im Gewächshaus wässern. Je größer die Blattflächen werden, umso mehr Wasser verdunsten die Pflanzen. Kohlrabi und vor allem Blumenkohl sollten jeden zweiten Tag gegossen werden. Kopfsalat zählt zu den „Vielverbrauchern“, er braucht bis zu 10l Wasser pro Quadratmeter Beet.
  • Hortensien schneiden. Erst nach den Frösten schneidet man die Triebe der Hortensie zurück. Dann treibt die Pflanze kräftige Neutriebe, die ab August besonders große Blütenbälle tragen. Ohne Schnitt werden die Blüten immer kleiner.
  • Aus dem Vollen schöpfen. Jetzt können wir ungehemmt der Lust an bunten Samentütchen frönen und für ein sommerliches Blütenmeer sorgen. Empfi ndliche Einjährige wie Prunkwinden, Kosmeen und Malven ziehen wir auf der Fensterbank vor, während robuste Kandidaten wie Ringelblume, Goldmohn und Jungfer im Grünen direkt ins Beet dürfen. Die Anzucht von Sommerastern und Kapuzinerkresse gelingt am besten im ungeheizten Frühbeet.
  • Das ist nur ein geringer Teil der Arbeiten, die im April anfallen können. Ihre Gartenfachberater im Verein haben sicherlich weitere Informationen und Tipps für Sie.

Erik Behrens, Gartenfachberater

Zertifizierter Pflanzendoktor

         


Quellenhinweis:

Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V.

Foto: Susanne Schmich/Pixelio